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Kunststoff-Unterlegscheiben richtig auswählen

Kurzantwort

Kunststoff-Unterlegscheiben verteilen Kräfte, schützen Oberflächen und können zusätzlich elektrisch isolieren oder Korrosion verhindern. Welche Unterlegscheibe die richtige ist, hängt von der Belastung, dem Werkstoff, der Temperatur und dem Einsatzbereich ab. Neben den klassischen Normen wie DIN 125, DIN 9021 oder DIN 433 spielt insbesondere die Materialwahl eine entscheidende Rolle.

Warum Unterlegscheiben oft unterschätzt werden

Unterlegscheiben gehören zu den unscheinbarsten Bauteilen einer Konstruktion – und gleichzeitig zu den wichtigsten.

Sie übernehmen mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Verteilung der Flächenpressung
  • Schutz empfindlicher Oberflächen
  • Ausgleich kleiner Unebenheiten
  • elektrische Isolation
  • Vermeidung von Kontaktkorrosion
  • Abstandsfunktion in bestimmten Anwendungen

Gerade bei Kunststoffbauteilen oder lackierten Oberflächen können sie die Lebensdauer einer Verbindung deutlich erhöhen.

 

Warum Kunststoff statt Metall?

Metallische Unterlegscheiben sind in vielen Anwendungen Standard. Kunststoff-Unterlegscheiben bieten jedoch Eigenschaften, die Metall nicht leisten kann.

Die wichtigsten Vorteile

Korrosionsfrei

Kunststoff rostet nicht und eignet sich deshalb hervorragend für feuchte oder chemisch belastete Umgebungen.

Elektrisch isolierend

In Schaltschränken, Elektronikgehäusen oder elektrischen Baugruppen verhindern Kunststoff-Unterlegscheiben unerwünschte Stromflüsse.

Oberflächenschonend

Im Gegensatz zu Metall hinterlassen Kunststoff-Unterlegscheiben bei korrekter Montage deutlich seltener Druckstellen oder Kratzer auf empfindlichen Oberflächen.

Geringes Gewicht

Vor allem im Gerätebau, Fahrzeugbau oder bei mobilen Anwendungen trägt jedes eingesparte Gramm zur Gewichtsreduzierung bei.

Keine Kontaktkorrosion

Wer Aluminium, Edelstahl oder andere Metalle miteinander verbindet, kennt das Risiko galvanischer Korrosion. Kunststoff-Unterlegscheiben unterbrechen den metallischen Kontakt und können so helfen, dieses Risiko zu reduzieren.

 

Welche Materialien kommen zum Einsatz?

Die Materialwahl richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Anwendung.

Polyamid (PA)

Der universelle Standardwerkstoff.

Typische Eigenschaften:

  • hohe Festigkeit
  • gute Verschleißfestigkeit
  • wirtschaftlich
  • elektrisch isolierend

Geeignet für:

  • Maschinenbau
  • Gerätebau
  • Elektrotechnik
  • allgemeine Industrie

 

POM

Wenn Präzision gefragt ist.

Vorteile:

  • hohe Maßhaltigkeit
  • geringe Wasseraufnahme
  • sehr gute Gleiteigenschaften

Typische Anwendungen:

  • Präzisionsgeräte
  • Automatisierung
  • Feinmechanik

 

PTFE

Für anspruchsvolle chemische Anwendungen.

Eigenschaften:

  • sehr hohe Chemikalienbeständigkeit
  • geringe Reibung
  • temperaturbeständig

Geeignet für:

  • Chemieanlagen
  • Laborgeräte
  • Lebensmitteltechnik

 

PEEK

Für höchste Anforderungen.

Typische Einsatzbereiche:

  • Hochtemperaturanwendungen
  • Medizintechnik
  • Luft- und Raumfahrt
  • Halbleitertechnik

 

Die wichtigsten DIN-Normen

Je nach Konstruktion kommen unterschiedliche Normen zum Einsatz.

DIN 125

Die klassische Unterlegscheibe.

Sie wird für allgemeine Schraubverbindungen verwendet und zählt zu den am häufigsten eingesetzten Ausführungen.

Typische Anwendungen:

  • Maschinenbau
  • Gehäuse
  • Metallbau
  • Kunststoffbaugruppen

 

DIN 9021

Die große Unterlegscheibe.

Durch ihren größeren Außendurchmesser verteilt sie die Kraft auf eine größere Fläche.

Besonders geeignet für:

  • Kunststoffe
  • dünne Bleche
  • Langlöcher
  • empfindliche Werkstoffe

 

DIN 433

Die schmale Unterlegscheibe.

Sie wird häufig eingesetzt, wenn nur wenig Bauraum zur Verfügung steht.

 

Wie wählt man die richtige Kunststoff-Unterlegscheibe aus?

Vor der Auswahl sollten einige Fragen beantwortet werden.

Welche Schraube wird verwendet?

Die Unterlegscheibe muss zum Schraubendurchmesser passen.

Welcher Werkstoff wird verschraubt?

Weiche Kunststoffe benötigen häufig eine größere Auflagefläche als Stahl oder Aluminium.

Welche Temperatur herrscht?

Nicht jeder Kunststoff eignet sich für erhöhte Temperaturen.

Kommen Chemikalien zum Einsatz?

Je nach Medium können Werkstoffe wie PTFE oder PEEK erforderlich sein.

Wird elektrisch isoliert?

In elektrischen Anwendungen bieten Kunststoff-Unterlegscheiben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Metall.

 

Praxisbeispiele aus dem Kufast-Portfolio

Maschinenverkleidung

Ein Maschinenbauer möchte lackierte Bleche verschrauben.

Durch den Einsatz von Kunststoff-Unterlegscheiben werden Druckstellen auf der Lackoberfläche reduziert und gleichzeitig Korrosion vermieden.

 

Schaltschrankbau

Kunststoff-Unterlegscheiben aus Polyamid sorgen für die elektrische Isolation zwischen Schraube und Gehäuse.

 

Photovoltaikanlage

In Verbindung mit Aluminiumprofilen können Kunststoff-Unterlegscheiben dazu beitragen, direkten Metallkontakt zu vermeiden und die Oberfläche zu schützen.

 

Sondermaschinenbau

Für ein kundenspezifisches Bauteil wird eine Unterlegscheibe aus PTFE benötigt, da aggressive Reinigungsmedien eingesetzt werden.

Hier zeigt sich, dass nicht nur die Geometrie, sondern vor allem die Materialwahl entscheidend ist.

 

Typische Fehler

Diese Fehler treten in der Praxis besonders häufig auf:

  • falscher Innendurchmesser
  • zu kleiner Außendurchmesser
  • ungeeigneter Werkstoff
  • Temperaturbeständigkeit nicht berücksichtigt
  • Chemikalienbeständigkeit überschätzt
  • unnötig teurer Hochleistungskunststoff

Eine sorgfältige Auswahl reduziert Reklamationen und erhöht die Lebensdauer der gesamten Schraubverbindung.

 

Fazit

Kunststoff-Unterlegscheiben sind weit mehr als einfache Distanz- oder Auflageelemente. Sie schützen Oberflächen, verteilen Kräfte, verhindern Kontaktkorrosion und sorgen für elektrische Isolation.

Die richtige Kombination aus Norm, Abmessung und Werkstoff entscheidet über die Funktion und Wirtschaftlichkeit einer Verbindung.

Neben Standardausführungen nach DIN 125, DIN 9021 oder DIN 433 sind auch kundenspezifische Unterlegscheiben nach Zeichnung eine interessante Lösung, wenn besondere Anforderungen an Geometrie oder Material bestehen.

Die Kufast GmbH unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Kunststoff-Unterlegscheiben und entwickelt bei Bedarf auch individuelle Sonderlösungen – abgestimmt auf Ihre Anwendung und Ihr Fertigungsverfahren.

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann sollte ich Kunststoff-Unterlegscheiben statt Metall verwenden?

Immer dann, wenn Korrosionsschutz, elektrische Isolation, Gewichtsreduzierung oder der Schutz empfindlicher Oberflächen im Vordergrund stehen.

Welche DIN-Unterlegscheibe eignet sich für Kunststoffe?

Häufig wird die DIN 9021 verwendet, da ihr größerer Außendurchmesser die Kraft besser verteilt. Die endgültige Auswahl hängt jedoch von der Anwendung ab.

Sind Kunststoff-Unterlegscheiben temperaturbeständig?

Ja, allerdings hängt die Temperaturbeständigkeit vom verwendeten Werkstoff ab. Für Standardanwendungen eignet sich häufig Polyamid, während für höhere Temperaturen Werkstoffe wie PEEK oder PTFE infrage kommen.

Kann Kufast auch Unterlegscheiben nach Zeichnung liefern?

Ja. Neben Standardabmessungen bietet Kufast auch kundenspezifische Kunststoff-Unterlegscheiben nach Zeichnung in verschiedenen Werkstoffen und Fertigungsverfahren an.

 

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